Resonanzauspuff Bastelkurs für Neulinge:

Ich werde mal versuchen euch mein Wissen und meine Erfahrungen weiter zu geben.
Das Thema ist für mich auch noch etwas neu und ich kann auch mal falsch liegen,also meldet euch falls was nicht stimmt
oder ihr Vorschläge habt...!
Hierbei handelt es sich sicher um eines der komplexesten,wichtigsten und schwierigsten Themen
beim 2Takter ...
Deshalb werde ich erst mal die Arbeitsweise des 2 Takters erklären, dann kann man den Rest leichter
verstehen!!!

Arbeitsweise:

 
Der Zweitakter kann alle vier Arbeitstakte (Ansaugen, Verdichten, Arbeit, Ausstoßen)
nur auf zwei Takte reduzieren, weil er im Gegensatz zum Viertakter auch die
Unterseite des Kolbens nutzt. Es wird dadurch erreicht, das man das Ansaugen
von Frischgas einer besonderen Ladepumpe überträgt, die gleichzeitig das
Ausspülen des Zylinders von verbrannten Gasen unterstützt. Als Ladepumpe wird
der gasdicht abgeschlossene Kurbelraum mit der Unterseite des Kolbens genutzt,
um Frischgas über den Einlaßkanal -E- anzusaugen, vorzuverdichten und über die
Überstömer in den Verbrennungsraum zu befördern.
Der Zweitakter leistet also bei jeder Kurbelwellenumdrehung einmal Arbeit
(ca 30-40% mehr wie ein hubraumgleicher Viertakter). Der Hauptvorteil des
Zweitakter liegt in seinem einfachem Aufbau mit seinen nur drei beweglichen
Teilen, Kurbelwelle, Pleuel und Kolben. Dem gegenüber steht ein höherer
Verbrauch durch Spülverluste.
 

Die Spülung:

 
Von entscheidenen Einlfuß auf die Leistung und den Kraftstoffverbrauch ist das
Spülverfahren. Unter dem Begriff "Spülvervahren oder Spülung" versteht wir
die Art des Überstömens der Frischgase in den Zylinder mittels der Überstömer,
das Ausspülen der Restgase durch den Auslaß -A- und das erneute Aufladen
durch Frischgase.Die entwickelten Verfahren sind sehr zahlreich, doch haben
sich im Laufe der Zeit bestimmte Spülverfahren durchgesetzt. Alle Spülverfahren
verfolgen ein Ziel, die Restgase so gut wie möglich auszuspülen, ohne dabei zu
viel Frischgase zu verlieren (Spülverluste).
 

Die Umkehrspülung:

 
Dieses von Dr. Adolf Schnürle entwickelte Verfahren bringt wesendliche
Spülungsverbesserungen des Zweitaktmotor wie die vorher verwendete
Querstromspülung mit Ihren ungünstig geformten Nasenkolben. Dazu hat der
Kolben der Umkehrspülung einen glatte, leicht gewölbten Boden (Flachkolben)
Damit ist er leichter (oszilierende Masse), hat eine bessere Gewichtsverteilung
und ermöglicht eine bessere Brennraumgestaltung und höhere Verdichtung.

RESONANZAUSPUFF:

Resonanzauspuffe kommen zum Zwecke der Leistungssteigerung ausschließlich bei Zweitaktmotoren zur Anwendung.
Durch die Arbeitsweise(Spülung der Gase) eines Zweitaktmotors ist es möglich,die angesaugte Kraftstoffmenge über den
Auspuff zu beeinflussen. Der erste dünne zylindrische Teil, der sich am Auslaß des Motors anschließt und der Diffusor
bewirken einen Unterdruck am Auslaßkanal und "saugen" regelrecht aus dem Kurbelgehäuse oder sogar dem Vergaser (bei
Membran- steuerungen) Frischgas an.
Damit steht mehr Gas für die Verbrennung zur Verfügung und die Leistung steigt. Diese Methode wurde schon zeitig in der
Motorradrenntechnik angewandt. Der eigentliche Clou gelang Walter Kaaden. Er entwickelte als erstes den Resonanzauspuff,
wie er heute an allen Hochleistungs- zweitaktern gang und gebe ist. Das Geniale daran war der sog. Gegenkonus.
Man entdeckte, daß der Diffusor bei bestimmten Drehzahlen sogar Frischgas in den Auspuff saugte.
Dieses Frischgas entwich ungenutzt ins Freie. Der Gegenkonus reflektiert den Druckimplus im Auspuff und drückt
Frischgas aus dem Auspuffrohr sogar wieder hinein. Das bewirkt wiederum eine Druckerhöhung im Verbrennungsraum
Wenn man diese Geschichte noch genauer betrachten wollte,müßte man Implusverlauf und Gasstrom betrachten.
Das Schlimme ist aber, daß das Ganze nur bei bestimmten Drehzahlen des Motors effektiv funktioniert.
Ein langer Auspuff ist besonders für Leistungssteigerung im niedrigen Drehzahlbereich geeignet, ein kurzer für hohe Drehzahl.
Also funktioniert ein Resonanzrohr nur in einem bestimmten Drehzahlbereich effektiv. Man muß also wissen was man will. Ein
Beispiel zum Thema Länge des "Rohres" ...z.B brachte Ein Motor bei seiner Drehzahlgrenze von etwa 8500 U/min mit einem
Resonanzauspuff auf demauf dem Prüfstand etwa 21 PS. Nachdem wir den Auspuff etwa 10% verlängert hatten, sank die
Drehzahlgrenze auf ca. 8000 U/min und die Leistung stieg aber auf 29 PS!!!
Das zeigt uns, dass das Ganze in der PRaxis doch sehr komplex ist und nicht so einfach wie es aussieht!!!
Jeder Teil des Auspuffs, jede Länge, jeder Durchmeser und jeder Konuswinkel bestimmen die Leistungsentfaltung nachhaltig.
Es ist ein abartiger Aufwand einen komplette Auspuff selbst zu bauen,daher auch wohl die krassen Preise die man so für
eine Einzelanfertigung bezahlen muss.Daher sollte man sich erst mal genau überlegen ob und warum man solch einen
Auspuff machen oder haben will...!!!
Es macht z.B wenig Sinn sich hinzusetzen und für einen 210'er Malossi einen Auspuff zu bauen. Warum?
Die Px 200 Anlagen sind im Schnitt einfach zu gut und man braucht bestimmt 5 Versuche um ein ähnliches Ergebnis zu
erzielen.Man kann vielleicht einen Auspuff mit mehr Spitzenleistung bauen,aber darunter leidet dann die Drehmomentkurve
und der Motor wird schlecht fahrbar. -also vergessen.
Bei der T5 und der Lambretta sieht es da schon schlechter aus und man könte vielleicht sogar einen kleinen Erfolg
verbuchen,wird aber auch ein paar Versuche brauchen,je nach Vorbereitung,Wissen und Geschick na klar.
Aber wirklich Sinn macht es nur wenn man sich irgendeinen exotischen Zylinder verbaut und keinen gescheiten Auspuff
bekommt oder dieser nach etwas umsägen im Arsch ist oder es passiert,das er fast unfahrbar ist.
Die Meisten Cross Zylinder haben ihre Spitzenleistung so weit oben,dass ein Vespa oder Lambretta Block über kurz oder
lang keinen Bock mehr hat,daher sollte man einen Auspuff bauen der einer "besseren" Kurve entgegekommt.
Was geht eigentlich beim Auspuff genau ab???
Man muss sich das so vorstellen:
Man will das der Zylinder möglichst schnell geleert wird und na klar dann auch möglichst schnell wieder gut gefüllt ist.
Das erledigt der Auspuff,mal besser,mal schlechter,er funktioniert wie eine Art Tubolader.
Wenn sich also der Auslass öffnet, entlässt der Auspuff eine "positive" Druckwelle.Diese bewegt sich mit Schallgeschwindigk.
(Höher als normal,wegen der Hitze)zum Gegekonus (Diffusor).Dort wird ein Teil der Druckwelle reflektiert,diese,sagen wir
mal "Unterdruckwelle" beschleunigt den Entleerungsvorgang im Zylinder sehr stark und der Zylinder kann sich
schneller wieder füllen.
Im Resonanzauspuff läuft also eine Über- und Unterdruckwelle hin und her und sollte zum richtigen Zeitpunkt
am Auslassschlitz anliegen.
Krümmer:
Fangen wir mal vorne an.
Nachdem wir uns einen passenden Flansch für den Zylinder gedreht haben geht es an den Krümmer.Dieser sollt ca.
15-25% größer sein als der auslassschlitz im Zylinder.Wenn man jetzt seinen Wert ungefähr errechnet hat, kann man über
diesen Wert den Durchmesser des Auspuffs berechnen. Dieser wird über den Faktor 2,7 errechnet. Normal liegt der Wert
irgendwo zwischen 2 und 3 und man hat sich halt auf 2,5 - 2,7 festgelegt. Wobei man beachten muss,dass ein dicker Auspuff
eher für den unteren bis mittleren Drehzahlbereich ausgelegt ist und ein dünnerer eher für Spitzenleistungen!

 

Krümmerdurchmesser: (Anhaltswerte)

 

100 ccm - 27 bis 29 mm
130 ccm - 30 bis 34 mm
175 ccm - 35 bis 40 mm
200 ccm - 40 bis 45 mm
Über die Länge der Krümmers kann man die Drehmomentkurve des Motors etwas verändern.
Wobei gilt: Kurzer Krümmer ergibt einen spitzeren Verlauf - 6 bis 8 fache des Durchmessers
-Längerer Krümmer begünstigt demnach einen flacheren Verlauf - 9 bis 12 fache...
Der Durchmesser lässt sich auch errechnen über einen Wert zwischen 1,1 ... 1,15 mal dem Auslassquerschnitt
Die Länger wird über den eben errechneten Durchmesser bestimmen... : 6 - 11 mal Durchmesser vom
Krümmer
Meistens weist der Krümmer keinen Winkel (Steigung) auf, aber es gibt sicher einige Anlagen wo ein Winkel
zwischen 1-5° zu finden ist..


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